Die AI kostet Dich Deinen Job!

sind das die letzten Jobs, die heute noch sicher sind?

Die künstliche Intelligenz kostet Dich Deinen Job!

So, oder so ähnlich geistern gerade wieder die Nachrichten durch meinen Feed. Und tatsächlich scheint die KI überraschend starke Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt zu haben. Das schreibt zumindest die NZZ in ihrem Artikel vom 25.10.2025.

Das ging jetzt schneller, als ich es erwartet hatte. Und ziemlich genau in den Bereichen, die ich vor 2 Jahren bereits prognostiziert hatte.

Marketing

Auch wenn die KI gern medienwirksame Fehler macht (wie Rudolf mit 5 Beinen bei der Migros), ist sie aus dem Marketing praktisch nicht mehr wegzudenken. Vor allem in Bereichen, die bisher von jungen Einsteigern gemacht wurden, oder von weniger qualifizierten, sind die Auswirkungen spürbar.

Bilderstellung statt Bildersuche, kreative Alternativen für Textzeilen, Analyse der Marketingaktionen, das sind alles Bereiche, die inzwischen mehr und mehr von KI-Tools oder Agenten übernommen werden.

Die Kreativköpfe hinter den grossartigen Marketingaktion bleiben (noch) verschont. Und jemand muss den ganzen Wust von Informationen und Möglichkeiten ja auch noch filtern – hoffentlich bevor der Inhalt publiziert wird.

Die Veränderung in diesem Bereich sind bereits spürbar, aber immer noch erst der Anfang. Marketingassistenz ist aus meiner Sicht kein sicheres Berufsfeld mehr.

Informatik

Keine Sorge, wenn Du als Systemadministrator tätig bist, dann ist Dein Job noch relativ sicher. Noch. Denn irgendjemand muss die Systeme aufsetzen, ein passendes Design für die Infrastruktur, das Netzwerk und die Security aufsetzen und implementieren. Und auch die physische Installation der Server und Arbeitsplätze bringt noch eine gewisse Sicherheit mit sich.

In vielen anderen Bereichen hat die KI aber längst das Ruder übernommen. Data-Analyst? Vor wenigen Monaten noch ein hochspezialisierter Bereich, der unantastbar schien. Die KI macht das schneller, besser und billiger. Die Interpretation der Ergebnisse obliegt noch dem Menschen, doch die Masse der Jobs in dem Bereich wird in Zukunft mehr und mehr verschwinden.

Der Arbeitsmarkt in der IT verändert sich bereits massiv (gem. einer Studie der ETH gehen in keinem Bereich die Stellenanzeigen so stark zurück, wie in der IT, bei gleichzeitigem starken Wachstum der Arbeitslosen). Im „Handwerk“ der Informatik noch nicht so stark wie in der Analytik oder in der Webentwicklung.

Jetzt wird es vermutlich einen Aufschrei geben, das Web- oder Codeentwicklung von der KI allein nicht brauchbar ist. Aber darum geht es heute auch gar nicht. Die Fleissarbeit macht die KI schon ganz gut und in wenigen Jahren wird das Ergebnis auf einem ganz anderen Niveau sein. Dann braucht es nur noch die Super-Brains unter den Entwicklern, die das ganze noch durchschauen und prüfen können. Die Masse wird verschwinden.

Verkauf

Der Klassiker. Menschen kaufen von Menschen. Ist so. Welchen Einfluss soll also bitte die KI auf den Verkauf haben. Beim Verkauf spreche ich hier nur vom reinen B2B Verkauf. Und auch hier wird es massive Veränderungen geben.

Nicht jeder Verkäufer wird durch die KI ersetzt werden. Aber die Anzahl wird, bedingt durch enorme Effizienzsteigerungen stark zurückgehen. Recherche über Interessenten, Produkte, Lösungen und Technologien übernimmt die KI. Der Account Manager wird zum Architekt und Dirigent. Wenn er es denn kann.

Und in anderen Bereichen des Verkaufs sehe ich definitiv schwarz. Wer braucht bitte noch einen missmutigen Inside-Sales, wenn die KI die Informationen schneller, zuverlässiger und einfacher bereitstellen kann? Bestellungen erfassen, auslösen, die gesamte Administration wird mehr und mehr von der KI übernommen werden. In 2 Jahren werden wir das sehen, dann werden diese Bereiche zum Problemberuf im Arbeitsmarkt werden.

Administration

Ich war letzte Woche im Hirslanden – und ich war wirklich überrascht, auf welchem Niveau ihr Telefon-Bot heute bereits arbeitet. Serviceleistungen in dem Bereich werden vermutlich in relativ kurzer Zeit von KI-Agenten und -Bots abgelöst werden.

Terminabsprachen, Rezeptanfragen, administrative Tätigkeiten in Patienten-Informationssystemen, Rechnungen erstellen und überwachen. Hier steht der KI Tür und Tor offen. Und das wird nicht nur im Gesundheitswesen so sein, sondern auch viele andere Bereiche betreffen. Behörden, Steuer- und Rechtsanwaltskanzleien, Treuhänder / Buchhaltung.

Nach meinem letzten Copilot-Training hat mir der Teilnehmer ganz stolz berichtet, wie er in kürzester Zeit mehrere Agenten gebaut hat, die ihm Recherche zu Gesetzestexten, Steuerfragen und internen Informationen liefern kann – und ihm einen Grossteil seiner Arbeit abnehmen. Gratulation, alles richtig gemacht – die Menschen, die wissen, die KI für sich zu nutzen, werden davon auch profitieren. Insgesamt erwarte ich aber genau in diesen Bereichen eine sehr starke Umschichtung.

Dienstleistungen

Im Dienstleistungsbereich bist Du sicher, solange Du einen Besen halten kannst. Das war so das Credo, wenn es um den Einfluss der KI auf den Arbeitsmarkt ging. Die KI kann schliesslich keinen Fussboden putzen.

Kann sie nicht? Dann geh mal zum Flughafen in Zürich. Dort sehe ich in letzter Zeit immer mehr dieser kleinen Saugroboter rumfahren. Die wischen autonom den Boden, fahren zurück zu ihrer Ladestation, wechseln das Wasser und holen sich frischen Strom. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, nie krank, nie schlecht gelaunt, keine Feiertage oder Nachtzuschläge.

Ich war überrascht, wie schnell das ging. Und ich mache mich ernsthaft Sorgen, wo das hinführt.

Bis heute war die Schweiz ein Land, das gerade im Dienstleistungsbereich in Europa ein sicherer Hafen war. Niedrig qualifizierte aus dem Ausland waren gefragt, weil diese Jobs von Einheimischen nicht mehr gemacht werden wollten. In ein paar Jahren wird das wegfallen. Nicht nur im Reinigungsbereich – auch im Haushalt und im Pflegebereich wird es durch die Weiterentwicklung in der Robotik massive Auswirkungen geben.

iRobot 2004, damals war das noch Sience-Fiction, vielleicht in 50 oder 80 Jahren werden wir soweit sein. Heute, nur etwas mehr als 20 Jahre später, muss ich meine Einschätzung revidieren. Denn in 5 oder 10 Jahren werden wir auch in diesem Bereich soweit sein, dass die KI und die Robotic den Grossteil dieser Serviceleistungen übernehmen.

Fazit

Wohin das führt? Einfache, langweilige oder mühsame Aufgaben werden schon bald von „Maschinen“ gemacht werden. Eine grosse Herausforderung für unser System, denke ich. Jobs die heute noch sicher sind, werden es in wenigen Jahren nicht mehr sein.

Wie siehst Du das? Bemerkst Du schon Veränderungen in Deinem Umfeld? Wo siehst Du die grössten Chancen im zukünftigen Arbeitsumfeld?

Danke für’s lesen!

#askMrD

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